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Traumgaragen 2.0 Deutschland

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Traumgaragen 2.0 Deutschland

Einzigartige Auto-Paläste
16 Sammler / 16 Garagen / 16 gelebte Träume

In einen Pool springen und dabei seine automobilen Schätze bewundern? Mit dem Schlafanzug vom Wohnraum in die Garage gehen? Am Kamin sitzen und gleichzeitig seine Autos sehen? Das sind Träume aller Autoverrückten. Das und noch viel mehr bietet die Fortsetzung des prämierten Buches und Bestsellers „Traumgaragen 1.0“. 

Wieder ist es Fritz Schmidt jr. und seinem Team gelungen, neue Sammler aufzuspüren und von der Idee zu überzeugen, ihre Schätze für andere Menschen sichtbar und durch die außer-gewöhnlichen Fotos auch erlebbar zu machen. 

Das Spektrum reicht vom hochkarätigen Bentley bis zum patinierten Opel, von einer faszinierenden Vespa-Sammlung bis zu Tretautos unserer Kindheit. Ein Highlight des Buches ist sicherlich, der Blick in die ganz private Traumgarage eines Prominenten. Der beliebte Fernsehkoch Horst Lichter erzählt in Traumgaragen 2.0 offen über seine Wurzeln, Motivationen und Ziele, Autos und verschiedene Dinge des Lebens leidenschaftlich zu sammeln.

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  1. Horst Lichter Ich liebe diesen alten Scheiß…wegen der Geschichten! „Ich liebe diesen ganzen alten Scheiß nicht, weil es Gegenstände sind, sondern wegen der Geschichten!“ Um die Mittagszeit waren wir verabredet und ich wollte unbedingt pünktlich im Schwarzwald sein, hatte ich doch seit einem halben Jahr versucht, einen Termin mit dem Fernsehkoch, Autonarren und Motorrad-Fan Horst Lichter zu finden. Ganz kurzfristig klappte es nun mit uns und wir planten drei Stunden für unser spontanes Treffen ein. „Drei Stunden, viel Zeit, um mehr über seine Oldtimer-Leidenschaft zu erfahren“, freute ich mich bei der Anreise und war gespannt, wie seine „Traumgarage“ wohl aussehen würde. Endlich angekommen begrüßte mich der Koch mit dem Zwirbelbart, den er privat gerne legerer trägt und heute extra für mich in Form gebracht hatte, in seinem herrlichen Anwesen mit einem fröhlichen „Hallo“ und lud mich zu einem „lecker Kaffee“ in die große Wohnküche ein. „Wo wir hier sitzen, das waren einmal Pferdeställe!“, eröffnete er das Gespräch und plauderte mit großer Freude über die Umbauarbeiten des alten Hauses, bei denen er vier Wochen lang aktiv an der Entkernung beteiligt war. Von Anfang an wusste er, wie es einmal aussehen sollte, und ganz besonders beschäftigte ihn die Gestaltung der Garage mit dem kleinen angrenzenden Wohnraum, den er sich schon immer erträumt hatte. Die erste Stunde unseres Gesprächs verging wie im Flug und wir saßen immer noch in der Küche, die übrigens sehr geschmackvoll im Landhausstil eingerichtet ist. Plötzlich springt Lichter auf und jubelnd: „Sie kommt, sie kommt – meine Egli kommt!“ Er hatte sich selbst zu seinem 50. Geburtstag eine Egli-Vincent geschenkt, das war der Grund für seine Euphorie und ich erlebe, wie sie angeliefert wird und der Fernsehstar sich wie ein kleiner Junge freut. Aufgeregt eilt der Egli-Fan zu dem roten Transporter, der gerade auf den kopfsteingepflasterten Hof gefahren ist. Die Seitentüre geht auf und da steht sie, eine Vincent „Black Shadow“ aus dem Jahre 1968, perfekt restauriert vom ehemaligen Erbauer Fritz W. Egli und seinem Team höchstpersönlich. Das ist eine Maschine aus den Anfängen der Schweizer Motorradschmiede Egli, die sich darauf spezialisierte, eigene Rahmen zu konstruieren und mit getunten Motoren verschiedenster Hersteller zu Rennmaschinen umzubauen. Das Besondere an diesem Modell ist, dass mit einer solchen Maschine der Gründer der Firma Fritz W. Egli 1968 Schweizer Meister im Motorrad-Bergrennen wurde. Lichter bewundert den Motorrad-Guru seit seiner Jugend und ist ein großer Fan von dessen „Kunstwerken“, wie er sagt. Er läuft nun bedächtig um den Racer herum, streichelt den formschönen Tank und schaut mit glänzenden Augen auf den überdimensionalen Smith-Tacho, der bis 250 km/h anzeigt und wahrlich eine Augenweide ist. Die zweite Stunde meines Besuches war schon lange angebrochen, doch jetzt musste die Egli erst mal angeworfen werden. „Die Nachbarn sind das gewöhnt, das war ein Kriterium bei der Wahl des neuen Wohnhauses“, erklärt mir Lichter, „ich will auch mal nachts eines meiner Fahrzeuge nach einer Schraubereinheit im Freien Probe laufen lassen.“ Die auf 1.200 ccm aufgebohrte V-2-Zylinder-Maschine springt sofort an, dreht sauber hoch und hat einen unbeschreiblich tollen, vor allem aber lauten Sound. Lichter dreht am Gas und ruft mir zu: „Bei 6.000 Umdrehungen pro Minute hat das Teil 96 PS auf dem Hinterrad – ist das nicht toll?“ Ja, das ist großartig, denke ich mir und schiele mit einem Auge zur Garage hinüber, hatte ich doch bisher nur „Lichters Küche“ und immer noch nicht „Lichters Garage“ gesehen. Doch jetzt ist es so weit, der stolze Besitzer beschließt, die schwarze Vincent mit vernickeltem Egli-Rahmen soll nun neben einer weiteren, sehr seltenen Egli MRD 1 Turbo ihren Platz finden. Endlich öffnen sich die alten Tore zu den ehemaligen Kutschenstellplätzen des einstigen Gehöfts. Und mir geht das Herz auf, den roten Jaguar E-Type -„Flatfloor“ aus der ersten Serie mit einer dreistelligen Fahrgestellnummer aus dem Jahre 1961 schieben wir ein Stück zurück und die „Black Shadow“ hinein, gleich neben die bereits angekündigte knallrote Egli MRD 1. Die 1982 gebaute Maschine mit Vollverkleidung war seinerzeit das teuerste Motorrad der Welt und hat atemberaubende Leistungsdaten, die mir Lichter wie sein Lieblingsrezept und mit fröhlich schwingendem Zwirbelbart vorträgt: „Man nehme ein 4-Zylinder-Kawasaki-Motörchen mit knapp dem Volumen eines Literbechers und bohre es ein wenig auf. Dazu kommen scharfe Nockenwellen, dann noch ein paar leckere große Ventile und als Sahnehäubchen ein Turbolader. Dann wird ein wenig Lachgas eingespritzt und das ganze mit Wasser abgekühlt … und schon hat man rund 220 Pferdchen an dem Hinterrad und ist knapp 300 km/h schnell!“ Auf Deutsch: ein „Geschoss“ und eines der legendärsten Motorräder seiner Zeit, wow! „Ich bin begeistert von diesem Motorrad, aber erzähle eigentlich viel lieber über den Menschen Fritz W. Egli als über seine Motorräder, denn seine Geschichte hat erst alles möglich gemacht. Überhaupt liebe ich diesen ganzen alten Scheiß nicht, weil es Gegenstände sind, sondern wegen der Geschichten!“ Ich schaue mich nun in Ruhe in der „Wohngarage“ um und bin wirklich beeindruckt. Horst Lichter verschwindet kurz hinter der alten Theke, die mit handgemachten Formel-1-Unikaten im Maßstab 1:43 gefüllt ist, und schaltet ruhige Jazzmusik ein. Die Formel-1-Modelle sind, wie viele weitere Objekte, Geschenke von Bekannten oder auch Unbekannten, die wissen, dass „Horst“ ein „Horterich“ ist und ein großes Faible für alte Sachen hat. Dies ist sein Ort zum Entspannen und Abschalten. Die wenige Zeit, die er zu Hause ist, verbringt er größtenteils in diesen Räumen. Hier läuft er oft schon kurz nach dem Aufstehen im Morgenmantel umher, holt tief Luft und genießt die Ruhe oder macht sich schöne Musik an. Ab und zu „sündigt“ er hier auch, indem er eine Zigarette oder eine „Pief“, wie er sagt, eine Pfeife raucht. Dies ist der einzige Raum im Haus, in dem geraucht werden darf, „immerhin rauchen die Fahrzeuge ja auch.“ Und sie „schwitzen“, also ölen ein wenig, wie es sich für englische Autos gehört. Mein Gastgeber nutzt die Gelegenheit, als wir auch den Jaguar C-Type etwas vor die Tore schieben, den Boden mit einem Wischmopp und Besen von Öl und Staub zu reinigen. „Ist das nicht herrlich?“, fragt er lächelnd. „Hier staube ich ab, putze den Boden, poliere die Fahrzeuge, repariere das eine oder andere, genieße die Zeit, lese ein Buch, blättere in meinen alten Zeitschriften oder mache einfach nichts!“ Es vergeht wieder knapp eine Stunde, bis ich gemeinsam mit dem Hausherrn die vielen Bilder an den Wänden, die Modellautos in den Vitrinen und die Bücher in den Regalen betrachtet und das eine oder andere intensiver besprochen habe. „Jetzt wird unsere Zeit gleich vorbei sein“, geht es mir durch den Kopf, und Herr Lichter wird mir zum Abschied vielleicht noch einen Espresso kredenzen, bevor er mich zum Eingang begleitet und verabschiedet. Weit gefehlt, seine Frau Nada kommt gut gelaunt und schmunzelnd durch den Flur im Eingangsbereich des Hauses in sein „Wohnzimmer“, wie er die Sitzecke zwei Stufen oberhalb der Garage nennt, und serviert uns leckere Häppchen. Mit einem Grinsen und sich sicherlich fragend, wie lange man wohl über altes Blech sprechen kann, verabschiedet sie sich wieder. Wir sitzen nun gemütlich beisammen und ich nutze die Gelegenheit und hole meine Notizen heraus, denn ich hatte eigentlich ein paar Fragen vorbereitet. Nach knapp vier Stunden stelle ich also endlich die obligatorische Einstiegsfrage, wo die Wurzeln für diese Sammelleidenschaft und das Interesse für die alten Dinge liegen. Horst Lichter rutscht noch etwas tiefer in den wunderschönen englischen Ledersessel, lehnt sich genüsslich zurück und beginnt zu erzählen: „Ich bin Jahrgang 1962, in einem kleinen Dorf in der Nähe Kölns aufgewachsen, die Straße war meine Heimat und es gab genau drei Fahrzeuge, die dort parkten. Einen alten Fiat 500, einen Karmann Ghia, der damals für mich ein unglaublicher Rennsportwagen war, und einen Ford Konsul Coupé. Das war alles an Autos, was da war, und die haben mich schon wahnsinnig gemacht und sehr -inspiriert. Meine Eltern wollten für mich, den kleinen Jungen, nur das Beste und haben mir im Eisenwarenladen ein nagelneues -Jugendfahrrad gekauft, was ich prompt bei der ersten Probefahrt mit Susi, einem Nachbarmädchen, gegen ein Fahrrad vom Schrott, das ich im Übrigen schon immer toll fand, getauscht habe. Es war ein verrostetes Fahrrad, ein Mädchenrad mit offenem Rahmen mit dicken Ballonrädern, mit gebogenem Lenker und einem alten Ledersattel. Ich fand es herrlich, aber es gab einen Riesenärger! Das liegt, glaube ich, im Blut, da hilft nix! Da war mir schon klar, dass ich mit dem alten Scheiß eigentlich immer mehr Spaß hatte als mit dem neuen Zeugs!“ Selbst seinen nagelneuen Kettcar hat der „kleine Horst“ zerkloppt und verändert: „Das Tretauto war mal ein Rennwagen, mal ein Bagger oder LKW, ich habe immer alles ab-, um- und kaputtgebaut!“ Als Kind war er schon motorradverrückt, verrät er mir, und hat aus Persil-Waschmittelkisten Packtaschen gebastelt, mit d-c-fix-Folie beklebt und an sein erstes großes Fahrrad -geschraubt. Vom Schrottplatz folgten ein alter Tank und eine Sitzbank, die mit Draht am Oberrohr befestigt wurden. Aus dickem Draht kam dann noch ein Bügel über dem Lenker hinzu und mit Klarsichtfolie wurde die Windschutzscheibe nachempfunden. „Und dann ging es mit dem Motorrad auf die Reise“, schwärmt mir der gebürtige Rheinländer vor. Ich erkundige mich nach der Hercules Ultra, die auch ich aus meiner Jugend kenne, und frage, was es mit ihr auf sich hat. „Das ist eine schöne und traurige Geschichte“, beginnt der wohl witzigste Fernsehkoch Deutschlands ganz ernst zu erzählen. „Meine Eltern sparten für mich und versprachen mir, mit 16 Jahren ein Moped aussuchen zu dürfen.“ Als es so weit war, musste der „junge Horst“ nicht lange überlegen, auf allen Motorrad-Zeitungen war sie ja schließlich abgebildet. Er wollte eine Hercules Ultra 50 1 in Rot mit Schwarz, wie sie nur 1976 gebaut wurde. „Meine Eltern kannten das nicht und fuhren mit mir los, ohne zu wissen, dass es das tollste, schönste, schnellste und auch teuerste Moped war.“ Doch schnell begriffen sie, dass es doppelt so viel kostete wie ein Katalog-moped, und die Entscheidung für ein anderes Modell war schnell gefallen. Die Enttäuschung war natürlich sehr groß, noch größer war die Peinlichkeit, hatte er doch schon allen Jungs und vor allem Mädels erzählt: „Ich bekomme eine Hercules Ultra 50 1!“ Eine neuwertig restaurierte Hercules, Baujahr 1976, so wie er sie damals leider nicht bekommen hatte, steht nun „am besten Platz“ direkt neben seinem Sessel im gemütlichen Teil seiner Garage. Er ist sie nie gefahren und wird sie nie fahren, weil er „sich seinen Kindertraum von damals bewahren und nicht enttäuscht werden möchte“. „Was ich immer geliebt habe, von Anfang an, war, mit Mama und Papa am Tisch zu sitzen und zu essen und zu trinken, denn da wurde schön erzählt. Das war immer wunderbar, auch wenn es Probleme zu besprechen gab. Für mich war schon damals klar, ich werde Möbelschreiner und baue Tische, an denen die Menschen sitzen können, oder ich werde Koch und mache das, weswegen die Menschen an diesen Tisch kommen. Aber ich wollte nie Sterne- oder Fernsehkoch werden, das gab es auch damals gar nicht, ich kannte das nicht! Ich wollte immer Menschen verbinden, die Geschichten erzählen und danach gemeinsam lachen oder weinen – und später aufstehen und sagen: „Horst, das war aber lecker!“ Und „lecker“ ist auch die Platte, die Nada gebracht hatte. Käse, Schinken, Würstchen, Salami, Weißbrot … und eine mir noch unbekannte Köstlichkeit. „Das sind Cordon-bleu-Röllchen“, erklärt der kreative Koch auf meine Frage, „das war so eine Idee von mir, das mal auszuprobieren. Weil ich eigentlich sehr gerne Cordon bleu esse, hab ich mir überlegt, das machst du mal anders.“ Wieder ein Rezept, denke ich mir und höre sehr aufmerksam zu, vielleicht kann ich damit ja meiner Frau zu Hause ein wenig imponieren. „Passen Sie auf, Herr Schmidt, Cordon-bleu mal ein wenig anders. So ein bisschen feiner, mit hauchdünnem Kalbfleisch, wunderbarem Saftschinken und Käse, dann mit leichtem Dijon-Senf innen bestrichen und aufgerollt wie Rouladen. Anschließend einfach ein wenig flach geklopft, paniert, dann schwimmend in Schmalz ausgebacken und im Backofen in Butter nachziehen lassen. Das hab ich gestern erstmals für meine Frau und mich gemacht und das war wirklich richtig geil.“ Auch die kalte Variante, die ich heute zu kosten bekomme, ist wirklich ein großer Genuss! Mit 14 Jahren, während seiner Kochlehre in der „Alten Post“, hat er dann seine zweite große Leidenschaft entdeckt, denn der Chef des Hauses hatte einen „wunderschönen“ Jaguar MK 2. Lichter hatte noch nie einen solchen Wagen gesehen, sein Vater hatte mal ein „Goggomobil mit 250-Kubik-Motörchen“ – und nun dagegen dieser Jaguar 3,8 Liter, Linkslenker, Schalter! Als er das erste Mal darin sitzen, das Leder, das Holz, die Instrumente sehen, fühlen und riechen durfte, war er sofort „verliebt“. Und dann trafen sich in dieser Gaststätte noch mehr interessante Menschen mit Jaguars und anderen zeitlosen Klassikern, sogar ein roter E-Type war dabei. „Das hat mich geprägt“, erzählt mein Gastgeber voller Enthusiasmus.Und heute steht der E-Type in der „Traumgarage“ von Horst Lichter und nebenan der Vorgänger des Jaguar E im Renntrimm, der etwas ältere, legendäre C-Type mit dem monumentalen und baugleichen Reihensechszylinder mit zwei obenliegenden Nockenwellen. Damals wie heute ein Kunstwerk im Motorenbau. Und über dem C-Type auf einer Hebebühne eine weitere Ikone des Automobilbaus, der Lagonda V12 Le Mans von 1936. 12 Zylinder, 5 Liter Hubraum und Kraft ohne Ende, voller Stolz erzählt mir der Autonarr Lichter, dass dies ein „Adoptiv-Auto“ sei. Horst Lichter beherbergt, fährt und pflegt diesen Wagen nämlich seit Jahren für einen Freund und tut dies mit großem Respekt und einer Menge Leidenschaft. Der Freund hat seinen Lagonda in eine wunderschöne Garage und in die Obhut eines wahren Enthusiasten gegeben. Sicher ist der eigentliche Besitzer sehr stolz auf den Adoptiv-Vater Horst Lichter. Der Jäger und Sammler Lichter ist fasziniert von all den Kunstwerken, die Menschen erschaffen haben. „Ein Lied, das um die Welt geht, zu komponieren, ein Auto, das alle Menschen begeistert, zu bauen und Dinge zu entwickeln, die allen das Leben schöner, angenehmer und leichter machen, das ist eine Kunst.“ Es ist für ihn unglaublich, dass so viele verschiedene Menschen mit den gleichen Mitteln und Werkzeugen immer wieder auf neue Ideen kommen, diese konsequent verfolgen und eine solche Vielfalt von Besonderheiten entwickeln, die alle für sich einzigartig sind. Von all diesen schönen Dingen begeistert, entwickelte sich Lichter zu einem „Extrem-Sammler“, wie er selbst sagt: „Ich habe alles gesammelt, habe vier Scheunen und dann noch meine Kneipe vollgestopft mit Deko und Nippes, Motorrädern und vielem mehr. Doch dann habe ich irgendwann entdeckt, dass es für mich sowohl körperlich als auch seelisch eine Belastung war, denn ich konnte es nicht mehr so genießen, wie ich mir es vorstellte, ich sah die Sachen nicht mehr, sie funktionierten nicht mehr, es war einfach alles zu viel. Und irgendwann ging es nicht mehr um die Sammlergegenstände, sondern nur noch um die Jagd: Wo finde ich noch was, wer hat noch was? Ich habe die Sachen geholt, hingestellt und es nicht mehr bespielt! Dann habe ich mich entschlossen, mich auf wenige Dinge zu beschränken, die sollten dann aber auch perfekt und funktional sein. Und das Ergebnis, Herr Schmidt, das sehen Sie hier!“ „Und haben Sie es je bereut, all Ihre Sammelstücke verkauft zu haben?“, frage ich den nachdenklich gewordenen „Extrem-Sammler“ Lichter. „Nein!“, kommt es wie aus der Pistole geschossen, seine Augen funkeln wieder vor Lebensfreude, „das hat seinen Sinn gehabt, die Dinge wegzugeben, und es gibt nichts, was man nicht wiederbekommt, da glaube ich ganz fest dran! Immer wenn ich mich von etwas getrennt habe, hat es einen Grund dafür gegeben in meinem Leben, und ich bin auch immer dafür belohnt worden, weil ich schließlich etwas Besseres bekommen habe.“ Nun ist es sehr spät geworden und ich will gerade die zweite – und letzte – von meinen 20 vorbereiteten Fragen stellen, als mein Gastgeber vorschlägt, noch eine Kleinigkeit essen zu gehen, bevor ich nach Hause fahre. Ich solle die Heimreise „gestärkt“ antreten und er sei es „gewohnt, wenn Besuch, der eigentlich nur für ein, zwei Stunden vorbeikommen wollte, dann nach Stunden noch immer hier sitzt und es sich gemütlich macht.“ Mit seiner Frau Nada und Freunden lassen wir also den „kurzen“ Tag in einem kleinen und gemütlichen Weinlokal um die Ecke ausklingen und gegen halb elf, mit gut siebenstündiger Verspätung, fahre ich in die Nacht, um später in meinem Bett von diesem tollen Tag in Horst Lichters „Traumgarage“ zu träumen.

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