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Traumgaragen Deutschland 1.0

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Traumgaragen Deutschland 1.0

Für die meisten Menschen ist das Auto heute ihr liebstes Fortbewegungsmittel, die Garage aber nur eine Unterstellmöglichkeit, die ihre Fahrzeuge vor Wind und Wetter schützt. Es gibt aber auch Andere, die sich hinter meist unscheinbaren Toren ihre eigene Welt schaffen - ihre "Traumgarage". 

"Traumgaragen Deutschland 1.0" porträtiert 15 Persönlichkeiten, die offen Auskunft über ihre individuellen Leidenschaften und Motivationen geben, die faszinierende Auto-Geschichten erzählen und einen großzügigen Blick auf ihre privaten Sammlungen gewähren ... nur leider ist der Bestseller nach der dritten Auflage AUSVERKAUFT!!!

49,00 Euro / Stück
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  1. „Ick hab nich viel Zeit!“ Text zur porträtierten Sammlerin Heidi Hetzer Ich kannte Heidi Hetzer schon vor meinem Besuch für das „Traumgaragen“-Buch und war sehr gespannt, was mich dieses Mal bei der charismatischen Dame in Berlin erwarten würde. Schon das erste Treffen, in einer anderen Sache, war ein prägendes Erlebnis, denn diese Frau ist, wie man sagt, „Power pur“ und vor allem auch „frei raus“. Sie ist darüber hinaus neben all den Männern die einzige Frau, die in diesem Buch mit ihrer schönen Sammlung historischer Fahrzeuge porträtiert wird. Wie die „Traumgarage“ der 1937 geborenen Berlinerin aussehen würde, hatte mir bis dato keiner verraten können. In ihrem Sekretariat weiß schon jeder Bescheid. Ich darf direkt in ihr Büro gehen und sehe mich augenblicklich in vergangene Zeiten zurückversetzt. Während ich noch die vielen Bilder, Preise und Pokale und die Sammlerstücke rund um die Marke Opel bewundere, tritt meine Gastgeberin herein. „Um was jeht’s nochmal? Ach ja, Sie wolln die Jarage sehen. Na denn los, ick hab nich viel Zeit“, empfängt mich die resolute Dame und kaum bin ich meine Begrüßung losgeworden, befinde ich mich auch schon im „Hetzer-Sog“, denn die erfolgreiche Unternehmerin ist immer auf dem Sprung und stets bemüht, effektiv zu sein. „Da wolln wir doch mal dit Anjenehme mit dem Nützlichen verbinden. An meim Oakland war was mit dem Jaspedal nich in Ordnung. Dit haben meine Jungs schnell jerichtet und der muss nu in die Jarage un Sie och … na denn, fahrn se doch mit, Herr Schmidt“, fordert sie mich auf und ehe ich mich versehe, kutschiere ich mit der Grande Dame der deutschen Oldtimer-Szene in einem „sprotzenden“ amerikanischen Wagen aus der Frühzeit des Automobilbaus durch Berlin. „Die Heidi“, wie sie von vielen in der Szene nur genannt wird, fädelt vom Parkplatz ihres Autohauses rasant in den Großstadtverkehr ein und demonstriert mir ihren geschulten Rallye-Fahrstil. Nach einer kurzen Strecke zeigt sie mir auf der linken Seite eine Tiefgaragen-Einfahrt: „Hier is meine Jarage, ick fahr aber noch’n Stückchen, er läuft grade so schön!“ – „Und das alles ohne Nummernschilder“, denke ich und suche nach einer Möglichkeit, mich festzuhalten, denn das Gaspedal scheint mir wieder bestens zu funktionieren. Bereits das Intro zur Garagenführung war wieder einmal so verblüffend wie „die Heidi“ selbst und so bin ich mir, als wir endlich vor der Einfahrt der Tiefgarage stehen, sicher: Es wird noch besser kommen! Ich muss die zwei Rolltore öffnen, weil Frau Hetzer den 3-Liter-4-Zylinder-Motor des elfenbein-grauen Oakland Tourer „Modell 35“ von 1913 „am Leben halten will“. Kaum sind die Tore zu Hetzer’schen „Traumgarage“ offen, prescht sie an mir vorbei, als ob ich mit der Starterflagge gewunken hätte. Ich laufe ihr nach, in die dunkle Tiefgarage, die neben den für ein Autohaus typischen Utensilien und verschiedenstem Hausrat die Objekte meiner Neugier beherbergt, rund zwei Dutzend sehr seltene Wagen aus dem vergangenen Jahrhundert. Als Frau vom Fach hält Heidi Hetzer die Oldtimer selbst in Gang, prüft Flüssigkeiten und Luftdrücke, lädt Batterien und „wurschtelt so allerlei an den Autos“. Während sie mich durch ihr Reich führt, lässt sie immer wieder verschiedene Wagen an, um zu testen, ob diese startklar sind. Es könnte ja sein, dass sie morgen Lust auf eine Ausfahrt hat. „Mal sehn, ob die Batterie des Opel Monza nun endlich voll ist. Die lad ick schon ne Weile“, fachsimpelt die Ur-Berliner Schnauze. Stecker ab, reingesetzt, mehrfach das Gaspedal betätigt und los geht’s. „Er läuft, prima ... und jetze noch die Corvette, die hat nen tollen Sound, Herr Schmidt“, sagt sie begeistert und führt mir den nächsten Wagen vor. Es ist ein Hochgenuss, Frau Hetzer zu erleben, wie sie freudestrahlend die Garage mit ohrenbetäubendem Lärm und Abgasen füllt. Auch wenn man es in diesem Moment nicht recht glauben mag, so ist dies doch zugleich auch ein Ort der Ruhe für die engagierte Geschäftsfrau. Hier ist sie für sich und kann Kraft tanken. Heidi Hetzers „Traumgarage“ liegt zwar nur etwa 200 Meter Luftlinie von ihrem Büro entfernt, trotzdem ist der Weg lang genug, um an dessen Ende in einer anderen Welt anzukommen. Hier unten finden sich neben einem Opel „Doktorwagen“ von 1909 und dem Opel-Rennwagen von 1911 auch ein Rekord, ein Manta, ein Monza und natürlich ein GT. Außerdem weitere Autos der Marke Opel aus den 60er bis 80er Jahren, die ihr „zujelaufen kommen“, wie sie sagt. Wenn einer seinen Wagen gerne in guten Händen wissen will, kann sie nicht nein sagen. So landen sie bei ihr in der Sammlung. Sie zeigt mir auch andere Marken, die hier vertreten sind. Zum Beispiel die bereits erwähnte Chevrolet Corvette aus dem Jahre 1957 im Rennlook. Der feuerrote Ami hat es der Motorsportlerin besonders angetan. Mit dem mächtigen Hispano Suiza H6 aus dem Jahre 1921 mit 6,6-Liter-Motor und 135 PS ist sie sehr gerne auf Rallyes unterwegs und begeistert die Zuschauer, wenn sie braun gebrannt im weißen Overall und passender Mütze winkend und lächelnd vorbeirast. Dabei verbraucht sie übrigens 25–30 Liter Sprit pro 100 Kilometer. Wie bei vielen Sammlern, die ich für das vorliegende Buch besuchte, war es auch bei Heidi Hetzer der Vater, der die automobile Leidenschaft an sie vererbte. Dieser hatte im Jahre 1919 in Berlin begonnen, mit Victoria-Motorrädern zu handeln, und war 1933 dann auf die vierrädrigen Fahrzeuge der Firma Opel umgestiegen. Die Tochter, die nach der Schule eine Ausbildung zur Kfz-Mechanikerin absolvierte, ist seit 1964 im väterlichen Autohaus aktiv, fünf Jahre später hat sie die Führung des Familienbetriebes übernommen. Frau Hetzer kann aber noch in anderem Sinne als „Auto-Pionierin“ der Nachkriegszeit gelten: Sie ist die Rennfahrerin unter den hier Porträtierten und hat eine lange und bewegte Karriere hinter sich. Schon im zarten Alter von 16 Jahren, 1953, fuhr sie mit einer NSU Lambretta ihr erstes Rennen, hat sich seitdem besonders als Rallye-Fahrerin einen Namen gemacht und rund 150 Preise mit nach Hause gebracht. Bei der Oldtimerei gehe es ihr um „das Unterwegssein, das Sehen und Gesehenwerden, das Schnellsein und vor allem um das Gewinnen“, erklärt mir die Berlinerin. Ehrgeizig war und ist sie immer, sowohl im Beruf wie auch im Privaten. Beifahrer nimmt sie bei ihren Rallyes nur mit ins Auto, „wenn sie gut sind“, denn schließlich will sie ja vorne dabei sein, wenn am Schluss „die Rechnung gemacht wird“. Heidi Hetzer tut alles mit großer Leidenschaft und reißt ihr Umfeld förmlich mit. Ich glaube fast, sie hat sogar ihren angekündigten Friseur-Termin vergessen, denn sie hört gar nicht mehr auf, Geschichten von ihren Autos zu erzählen, die alleine ein Buch füllen könnten. So wie die Story von dem orange-weißen Opel Rekord A Coupé aus dem Jahre 1964. Mit ihm fuhr Frau Hetzer anlässlich der Städtepartnerschaft 1994 von Berlin nach Peking. „Das muss ihr erst mal einer nachmachen“, denke ich und bin sehr beeindruckt von der Courage und Vitalität dieser Frau. Sie scheut keinen Weg und hat keine Angst vor Pannen. Sie schraubt dann schon „zwei- oder dreimal neue Kerzen unterwegs in den heißen Motorblock, um das Ziel zu erreichen“, berichtet sie. Auf den Spuren von Clärenore Stinnes, der Tochter des bekannten Großindustriellen aus Mühlheim/Ruhr, die 1927 als erster Mensch mit dem Auto die Welt umrundete, möchte Heidi Hetzer 2016 einmal rund um den Erdball fahren. Mit dem Hispano Suiza will sie das Abenteuer wagen und genau wie Clärenore 2 Jahre unterwegs sein „Wenn ick noch lebe, mach ick das!“, sagt sie voller Enthusiasmus. Bei all der Leidenschaft sind ihr die Fahrzeuge jedoch nicht heilig, sondern geliebte Gebrauchsgegenstände. So erklärt sich auch ihr lässiger Umgang mit ihnen. Die Opel Motoclub beispielsweise, das legendäre Motorrad, das Opel in den 20er Jahren baute und einst von Ernst Neumann-Neander entwickelt wurde, würden andere Sammler akribisch herrichten und als Schmuckstück präsentieren – das Hetzer’sche Modell steht teilrestauriert und auf platten Reifen an die Wand gelehnt. Allerdings würde sie sich nie davon trennen, denn „da hab ick Vatis Nummernschild, die IA 9 aus den 20ern dranjemacht“, sagt sie und zeigt mir stolz noch eines der Original-Händlerschilder mit dem Namen Hetzer, die damals bei Kauf eines Wagens „dranjeschraubt“ wurden. Zum Thema Motoclub musste ich an dieser Stelle als alter Rüsselsheimer natürlich ein deutliches Veto einlegen. „So geht das nicht, Frau Hetzer“, habe ich sie, salopp gesagt, anjeschnauzt, „das tut mir in der Seele weh!“ Wir haben dann gemeinsam die Opel-Rarität auf den Zentralständer aufgebockt, neue rote Reifen organisiert und weitere notwendige Schritte zur Fertigstellung der Restauration eingeleitet. Frau Hetzer hat mir das nicht übel genommen, ganz im Gegenteil: Sie ruft mich nun sogar gelegentlich an, um über die Fortschritte ihres Rüsselsheimer Motorrads zu berichten. Das Gespräch beginnt meist mit den Worten „Ick hab nich viel Zeit ...“ und endet frühestens nach einer halben Stunde.

Meinungen

  1. Sehr geehrter Herr Schmidt jr.,

 es ist eine wahre Freude ihr Buch "Traumgaragen" zu lesen.
Nicht nur die Bilder sondern auch die kurzweilig geschriebenen Texte sind der Grund warum es sich lohnt dieses Buch zu kaufen. Eine zeitlose Dokumentation die in keinem Autobuchregal fehlen darf.

Grüße aus Bad Homburg!

    Stephan Pippert

  2. Ein tolles Buch, eine super Mischung, interessante Charaktere - wer da nicht "seine"
Traumgarage findet ist selber schuld. Ich habe es nahezu in einem Stück verschlungen. 

Schöne Grüße!

    Wolfgang H. Scholz, 
Leiter Opel Classic Europe

  3. Lieber Herr Schmidt,
 hallo „Traumgaragen“-Team,

 ein wirklich sehr gelungenes Doku-Buch über Menschen und deren Leidenschaften. Toll photographiert lässt es die Tür offen für enthusiastische, emotionale, anregende Betrachtungen einer sonst ein wenig elitären und meistens auch geheimen Anzahl von Sammlungen, verstreut über ganz Europa und Deutschland. 
Es ist ein unerwartet grandioser Einstieg in diese Welt.

 Ganz Herzlichen Dank dafür.

 Ich freu mich Euch bald mal wieder zu sehen, 
ein frohes Fest für Euch alle, und ein tolles neues Jahr!



    Jochen Maas, Rennfahrer

  4. Gerne möchte ich hiermit dem Autor und seinem Team ein ganz großes Lob für ein tolles Buch aussprechen. Wunderschöne Fotos mit interessanten Geschichten über die Sammlergemeinde machen dieses Buch zu etwas Besonderem für jeden Oldtimer Fan. Ich habe es verschlungen. 

Viele Grüße!

    Michael

  5. Hallo Herr Schmidt,
 ich bin begeistert, einfach nur eine Augenweide. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu Blättern. Ich bin bis Weihnachten nur mit meinem Koffer unterwegs und werde das Traumgaragen-Buch auf jeden Fall mitnehmen. 

Ich wünsche Ihnen und Ihrem Team ganz viel Erfolg!

Beste Grüße!

    Horst Lichter,
 Fernseh-Koch

  6. Beim Blick in die Traumgaragen privater Sammler wird jedem Klassik-Fan warm ums Herz. 
Hier wurden Autoträume wahr. Mit viel Liebe zum Thema ausgewählt und faszinierend fotografiert. Kompliment!

 Gruß!

    Tomas Hirschberger
, Redaktion Auto Bild

  7. Ein wunderbares Buch, faszinierend in Bild und Text. Der Besuch in den Garagen der Besitzer ist, als ob man den Menschen kennen lernt. Dieses Buch ist nicht nur für Oldtimerfans geeignet, sondern auch für all jene, die den Blick in eine andere Welt genießen. 

Kompliment, ein gelungenes Werk! 

Liebe Grüße!

    Désirée Rohrer
, Oldtimer-TV